Eisenhüttenstadt
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Eisenhüttenstadt

Eisenhüttenstadt
Drehbuch: Reinhard Schneider
Kamera: Bernhard Schönherr
Schnitt: Bernhard Schönherr und Reinhard Schneider
Auftraggeber: Deutsche Welle TV
Format: Feature, Documentary, TV-Production

Vom Scheitern einer Utopie

Deutschland 1993 · 29 Min

Am 1. Januar 1951 wurde der Grundstein zu einem der ehrgeizigsten Projekte der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik gelegt: Geplant war die Errichtung der ersten sozialistischen Stadt. Was nahe der polnischen Grenze entstand und wie es entstand, wurde zu einem Großunternehmen kommunistischen Aufbruchs. Es war eine Zeit der Zuversicht und der täglichen Siege - Siege gegen die Unbill der Witterung, Siege über technische und logistische Schwierigkeiten, Triumph der kommunistischen über die kapitalistische Ideologie, und es war eine Zeit der Heldentaten voranstürmender Brigaden wie Aktivisten, die laut Propaganda sämtliche Planvorgaben durch Übererfüllung hinwegfegten. 1953 erhielt die so entstandene Stadt den Namen "Stalinstadt" - und wurde nach der Entstalinisierung in der Sowjetunion 1961 in "Eisenhüttenstadt" umbenannt.

Der Stadtkern des ehemaligen Vorzeigeobjekts der sozialistischen Einheitspartei ist bis heute weitgehend erhalten, und das Leben der Einwohner scheint äußerlich noch den gewohnten Bahnen zu folgen. Unter der Oberfläche gärt es jedoch. Das Eisenhüttenkombinat, das die Stadt stets ernährte, befindet sich seit der deutsch-deutschen Wende in der Krise. Die Belegschaft wurde innerhalb von drei Jahren von 12.000 Mitarbeitern auf die Hälfte reduziert. Für die Bewohner der einstmals privilegierten Musterstadt ist noch nicht abzusehen, wie es weitergehen wird.

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